top of page
AdobeStock_116097444.jpeg

Fische sterben lautlos

Wenn es einst hieß „Keine Fischer ohne Fische“ lautet die Botschaft heute: „Keine Fische ohne Fischer“. Die Fischbestände in Bächen und Flüssen nehmen österreichweit stark ab. Mehr als 60 Prozent der heimischen Fische sind gefährdet. Das ÖKF prämiert Fischer:innen für ihren tatkräftigen Einsatz zur Verbesserung der Lebensbedingungen unter der Wasseroberfläche.

Fischlebensräume stehen heutzutage aufgrund unterschiedlicher Faktoren stark unter Druck. Wasserkraftwerke, Verbauungen, aber auch der menschengemachte Klimawandel und natürliche Fressfeinde setzen den Wasserbewohnern ordentlich zu. „Fische haben keine Stimme. Sie sterben lautlos. Deswegen müssen wir ihnen eine Stimme verleihen“, sagt Sonja Behr, Geschäftsführerin vom Österreichischen Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF). Als Sprachrohr agiert das ÖKF nicht nur in politischen Entscheidungsgremien wie der nationalen Biodiversitätskommission, sondern ist auch für seine Mitglieder:innen als Beratungsstelle zur nachhaltigen Fischerei sowie der Nachwuchsförderung tätig. „Es wird sehr oft auf das Leben unter Wasser vergessen. Andere Tiere haben schöne Federn oder goldige Glubschaugen, die erwecken mehr Sympathie, aber der Fisch gehört sehr wohl auch zum Kreislauf des Lebens dazu“, betont Behr.


Mit Nasen zum FishLife Award

Wichtige Partner:innen im Streben nach mehr Fischglück sind Fischer:innen, die sich in der

Gewässerbetreuung und Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen engagieren. „Dem Fisch soll es gut gehen und es gibt viele Fischer, die sich dafür einsetzen. Doch das wird viel zu wenig gesehen.“ Die Öffentlichkeit nimmt Fischer in erster Linie am Ufer sitzend wahr. Der Aufwand, den viele Fischer:innen ehrenamtlich betreiben, um ihre Gewässer zu schützen und einen möglichst natürlichen und selbsterhaltenden Fischbestand zu fördern, wird kaum bis gar nicht wahrgenommen.

Um die wertvolle Arbeit der Fischer:innen zu würdigen und vor den Vorhang zu holen, wurde 2019 der FishLife Award ins Leben gerufen. „Wir müssen mit diesen vielen tollen Projekten raus an die Öffentlichkeit gehen“, erklärt Behr die Idee hinter dem FishLife Award. Im Jahr 2022 wurde der FishLife Award medienwirksam an den Sportfischereiverein Bruckneudorf für das Projekt „Nasen in die Leitha“ übergeben. Ursprünglich waren Nasen in der Leitha stark vertreten, aufgrund von Flussverbauungen und Prädationsdruck ist deren Bestand allerdings stark gesunken. Mit einem durchdachten Besatzprogramm gelang der Aufbau einer intakten Alterspyramide, wodurch sich der Bestand zukünftig eigenständig reproduzieren soll. „Es geht nicht um große Projekte, sondern um Maßnahmen, die Vereine umsetzen können. Heuer ist zum Beispiel ein Projekt dabei, in dem es um Weiterbildung und Revierpflege geht“, erklärt Behr. Die Abstimmung zum FishLife Award 2023 wurde im Februar geschlossen, die Sieger:innen werden demnächst bekanntgegeben.


Wir empfehlen: Schauen Sie sich die Projekte auf der Webseite des Österreichischen Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz unter www.fishlife.at an.


Unser Tipp: Sind Sie Fischer:in und möchten sich für den Fischschutz aktiv einsetzen oder mehr Informationen über die Leistungen der Angelfischerei für Natur, Artenschutz, Biodiversität und Gesellschaft informieren? Nehmen Sie von 13.-14. Oktober 2023 teil am 11. ÖKF FishLife FORUM in Linz. Nähre Informationen zur Veranstaltung sowie zur Anmeldung erfahren Sie von Frau Behr unter 01/8695300 oder oekf@fishlife.at

Comments


bottom of page